REVIEW "BEDLAM" ROCKHARD (10x Dynamit)
Nicht nur in unserer Redaktion trug so mancher eine Träne im Knopfloch, als vor zwei Jahren - kurz nach Veröffentlichung des "Down The Drain"-Albums - die Schweizer GURD vor dem Split standen. Jetzt ist Sänger und Gitarrist V.O. Pulver mit neuen Mitstreitern wieder da und die Band präsentiert sich wie aus einem Guss. Lust auf krachende Riffs, treibende Drums und eine gesunde Portion Härte? Dann führt an "Bedlam" kein Weg vorbei. Schon der Opener ´Masterplan´ macht deutlich, dass GURD - fernab aller Trends - nachwievor ein Garant für gut gespielten Thrash Metal sind. Ob es an V.O.s Freundschaft zu Destruction-Fronter Schmier liegt, dass die Tracks dermaßen powervoll durch die Boxen rauschen? Schön wäre zumindest, wenn sich durch den Erfolg der Destruction-Reunion auch für die Schweizer einige Türen öffnen würden, denn vom Niveau des Songmaterials kann man locker mit Thrash-Größen wie den allseits beliebten Testament mithalten. Dass es V.O. und seinen Kumpels so ganz nebenbei noch schaffen, dem Kiss-Klassiker ´Warmachine´ zu neuem Glanz zu verhelfen, ist ein weiterer Beleg für das Potential des Quartetts. "Bedlam" sollte sich jeder Thrash Metal-Fan schleunigst zu Gemüte führen.
Thomas Kupfer
Rockhard
www.rockhard.de
REVIEW "BEDLAM" VISIONS
Das wirklich Geile an Gurds fünften Studioalbum ist nicht nur, dass es anno 2000 noch wagemutige Metaller mit einem Händchen für gut gespielten Old School-Thrash Metal gibt... Nein, „Bedlam“ ist vor allem deshalb ein bemerkenswertes Album, weil es selbst neben zehn Jahre alten Thrash-Juwelen wie Exodus’ „Impact Is Imminent“ oder „Fabulous Disaster“ eine gute Figur machen würde. Natürlich werden die Schweizer es sich gefallen lassen müssen, damit in einem Atemzug mit Bay Area-Thrashern der zweiten (oder dritten) Generation genannt zu werden. Zumindest historisch bedingte Parallelen zu Machine Head sind da nicht von der Hand zu weisen, erinnert Sänger V.O. doch mit seinem Organ an eine Mischung aus Rob Flynn, Exhorders Kyle Thomas und Phil Anselmo. Das Geheimnis guten Hartmetalls haben die Berner aber auf ihre Art und Weise gelüftet: Tiefergelegte Riffgewitter mit so etwas wie Pop-Appeal, groovende Uptempo-Parts, eine nette Coverversion („Warmachine“ von Kiss), und all das eingebettet in ein gesundes Mittelmaß aus Moshparts und Highspeed-Knüppelei. Thrash-Granaten wie der Opener „Masterplan“ oder das wieselflinke „We Will Resist“ erinnern an selige Speed Metal-Zeiten, als Metallica noch eine kontroverse Revoluzzercombo waren. Und dass die schweizerische Präzision nicht nur auf die Uhrmacherkunst beschränkt ist, haben Gurd mit ihrem punktgenauen Handwerk sowieso längst bewiesen.
Martin Iordanidis
www.visions.de
REVIEW "BEDLAM" METAL HEART
YEAH !!!!! Gurd, eine Band, die einen vom Namen her immer an ein Haarspray erinnert, sind zurück, und das neue Album "Bedlam" ist ein Brett geworden. Auch wenn die vier Schweizer vom Outfit eher in die Neo-Hüpf-Ecke passen (zumindest auf dem CD-Coverbild), hält sie das nicht davon ab, ein richtig fettes Metal- Album abzuliefern, dass so richtig erfrischend klingt. Man nehme Testament, Metallica zu "Ride The Lightning"-Zeiten und ein paar Spritzer Machine Head, und fertig ist die Metal-Überraschung des Monats, die trotz eben genannter Einflüsse dermaßen eigenständig klingt, dass man nur vom Hören schon einen Ständer bekommt. Feinster Thrash ("Masterplan", "Bedlam", "We Will Resist") wechselt sich mit melodischen, etwas "moderner" gehaltenen Nackenbrechern ("Big Shot", "Stardust") und sogar einer Kiss-Coversion ("Warmachine") ab. Mit "Bedlam" dürfte sowohl die Retro-, als auch die "moderne" Metalgemeinde zufrieden gestellt werden. Super, Jungs !!!!!!!!
Andi Bauer
www.metal-heart.de
REVIEW "BEDLAM" HAMMER (Platz 4 im Soundcheck)
Im Tollhaus (so die Übersetzung des Titels) ist die Hölle los! Eigentlich war die schweizer Band schon weg vom vergitterten Fenster, doch wie aus dem Nichts turnen Gurd wieder vitalst in der Gummi-Metal-Zelle rum. Vom DOWN THE DRAIN-Line Up (1998) ist nur noch Songwriter und Sänger V.O. Pulver übrig geblieben, der drei neue Verdächtige um sich geschart hat und anno 2000 mit anderem Zement unsere Bude rockt. Die Thrash-Psychopathen Testament, Exodus und Forbidden ('Masterplan', 'Bedlam', 'Rule The Pit', 'We Will Resist') mischen sich ebenso unter die New Metal-Killer ('Stardust', 'Shed No Tears') wie die gefürchteten Doom-Möpse Crowbar ('Take My Hand') - für jeden was dabei. Böse Zungen (die mit Belag) könnten nun von Unentschlossenheit reden, doch BEDLAM ist eher der Beweis dafür, dass sich der einstige Poltergeist V.O. in fast allen tolldreisten Stilrichtungen der Gitarre zuhause fühlt. BEDLAM reiht sich - trotz erwähnter Änderungen - nahtlos in die bisherigen vier Gurd-Riffpaläste ein. Ob Gurd damit allerdings den Anschluss an die neuesten Entwicklungen im New Metal-Bauplan halten (Stuck Mojo, P.O.D., Sevendust), ist wieder eine andere Frage. BEDLAM ist toll, macht aber nicht vollkommen tollwütig!
Matthias 'Tollpatsch' Weckmann
www.hammermag.de
REVIEW "BEDLAM" AMAZON.DE
Testament meets Prong: Auf diesen einfachen Nenner lässt sich das fünfte und bis dato stärkste Langeisen des Ensembles aus Basel bringen. Hinzu kommen noch ein paar Elemente aus den Bereichen Crossover und Hardcore (Stuck Mojo, Biohazard, Pro-Pain & Co.) und schon rappelt es heftig im Karton. In Sachen Thrashgroove macht den Schweizern demnach so schnell keiner was vor. Zumal der Quadriga um Bandleader V.O. Pulver (v./g.) der schwierige Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne erstmals ohne jeglichen Reibungsverlust gelungen ist.
Auf den Punkt gespielte Riffattacken wie "Masterplan", "Shed No Tears" oder "We Will Resist", Groovemonstern à la "Big Shot" und "Stardust" oder der furiosen Interpretation des Kiss-Heulers "Warmachine" sollte sich vor allem die völlig überbewertete New-Metal-Mischpoke um Limp Bizkit, die Deftones und Korn mal die eine oder andere Scheibe abschneiden. Seit den seligen Celtic-Frost- und Coroner-Zeiten ist keine eidgenössische Kapelle mehr so abgegangen. Chapeau -- Hut ab!
Buffo Schnädelbach
www.amazon.de
REVIEW "BEDLAM" INVADER
Wenn eine Band etwas von Weiterentwicklung faselt, ist das meist zu übersetzen mit: Wir-beugen-uns-dem-Trend-und–springen-auf-den-fahrenden-Zug-auf. Wie man sich jedoch weiterentwickeln kann, ohne dabei zwangsweise seine Roots verleugnen zu müssen, zeigen GURD mit ihrem fünften Album Bedlam.
Im Gegensatz zu den vier Vorgängeralben ist das neue Album deutlich Thrash-lastiger ausgefallen, was den positiven Nebenaspekt mit sich bringt, dass BEDLAM auch vielschichtiger und abwechslungsreicher rüberkommt, als es bei den bisherigen GURD-Outputs der Fall war, was sicher auch daran liegt, dass frisches Blut in Form von drei Ex-JERKS Mitgliedern in die Band kam und nun lediglich nur noch V.O. Pulver als letzter aus der Ur-GURD-Stammbesetzung übrig geblieben ist. Wie das ganze dann in der Praxis funktioniert, zeigen einem dann die Rübenabschrauber Masterplan, Bedlam oder auch Rule The Pit, um nur einige Vertreter diese Art auf Bedlam an dieser Stelle zu nennen. Anstatt auf Teufel-komm-raus den Versuch zu starten, möglichst groovy aufzuspielen, schleudert man dem Hörer 1-A-Thrash-Riffs um die Ohren, die eine herrliche Symbiose mit den Groove-Metal-Roots der Band bilden. Aber auch der Gesang von Frontman V.O. Pulver gleicht sich dem Gesamtbild auf Bedlam an und fällt dementsprechend wesentlich kehliger und aggressiver aus als je zuvor.
Die Fans der ersten Stunde müssen nun nicht erschreckt auffahren, denn auch sie kommen bei Bedlam auf ihre Kosten, denn die Jungs von GURD haben immer noch genug fette Groove-Monster am Start wie, z.B. Take My Hand, Big Shot oder Shred No Tears, die allesamt noch genügend Potential haben, um live ordentlich für massig Kopfsockenschwingungen zu sorgen und die Menge auf und nieder hüpfen zu lassen.
Bedlam stellt für mich das bis jetzt beste und ausgereifteste GURD-Album ihres Karriere dar, da mir ihre bisherigen Werke immer ein wenig steril und gekünstelt schienen. Das neue Blut scheint gut getan zu haben, und wenn man das Niveau auch auf den nächsten Alben halten kann, verspreche ich mir noch viel von der Band.
TIM
www.invader.de
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